
Am letzten Freitag, habe ich nach vielen verpassten Gelegenheiten, es doch noch geschafft Eloy Live zu erleben.
Wahrscheinlich auf den letzten Drücker, denn Frank Bornemann ist seit seinem Unfall, im Frühjahr 2012, angeschlagen und muß nochmals operiert werden.
Ob er danach noch in der Lage ist eine 2 1/2 Stunden Show, wie dieser im Capitol Mannheim, durchzustehen ist fragwürdig.
Anzumerken ist dem 67-jährigen jedenfalls nichts.
Drahtig, jugendlich, spielfreudig und voller Energie betritt er punkt 20.00 Uhr die Bühne und kommt sehr sympatisch rüber.

Schon das Intro lässt nichts von dem „Pathos in Moll“ vermissen, für den Eloy schon vor 40 Jahren geprügelt wurden.
Kritiker sind weitgehend verstummt, Eloy haben ihren Weg bis heute jedoch unbeirrt fortgesetzt und sind frei von irgendwelchen Modetrends oder komerziellen Zugeständnissen.
Der Erfolg gibt ihnen Recht, was auch in Mannheim durch ein propenvolles Capitol mit ca. 1300 Besuchern quitiert wird.

Freunde des lyrischen Progrocks durften sich, vom ersten Moment an, eingeladen fühlen, in Bornemann’s Sience-Fiction-Phantasie-Welten einzutauchen.
Zwei ausgewachsene Keyboardtürme wurden auf die Bühne geschleppt um die richtige Atmosphäre für die Eloy-typischen Klanglandschaften zu schaffen.
Besonders Hannes Folberth tritt hier mit virtuosen Leistungen in den vordergrund, während Michael Gerlach mehr für Soundteppiche und Effekte zuständig war.

Für die rockigen Momente war neben Frank wieder Steve Mann an der Gitarre zuständig.
Zusammen bildeten sie ein gutes Gespann, das durch mitreißende Soli und Riffs für Bodenhaftung sorgte.
Der Stützpfeiler im Eloy-Sound ist jedoch der Bassist Klaus-Peter Matziol der mit seiner ungewöhnlichen Spielweise, neben der Stimme von Frank, den markantsten Einfluß bildet.
Mit Bodo Schopf hatte man auch einen kraftvollen, variationsreichen Drummer integriert der die Band sehr gut zusammenhält.

Frauenchöre waren schon immer eine wichtige Komponente, in den ausladenden Kompositionen bei Eloy, die tadellos harmonierten und immer wieder Szenenapplaus kassierten.
Klar, kommt einem hier vieles bekannt vor, wer denkt bei den ekstatischen Frauenstimmen nicht an Great Gig in the Sky oder die ganzen Synthiefahnen, die an Shine on Part 5-8 oder Animals erinnern.
Melodiebögen wie bei Genesis, Gitarrenhandwerk das an David Gilmour geschult ist.
Trotzdem hat die Band ihr ganz eigenes unverkennbares musikalisches Profil gebildet, das weit über Epigonentum hinausgeht.

Highlights lassen sich gar nicht so leicht herausgreifen, denn bei Eloy fügen sich ungewöhnlicherweise auch die neueren Aufnahmen nahtlos ins Repertiore ein so dass es keine Durchhänger gab, es folgte ein Knüller auf den nächsten.
Die emotionalsten Momente waren dann aber wohl doch Poseidon's Creation, The Apocalypse, The Sun-Song und The Bells of Notre Dame.
Sehr schön war natürlich auch die Zusammenfassung von Ocean, als Zugabe.
Ansonsten wurden die Stücke alle sehr nah an den Studiofassungen gehalten.

Zunächst war ich nicht sicher ob mir Eloy noch gefällt und ich überhaupt zu einem Konzert gehen soll.
Aber Live ist halt Live und hat mich letzlich wieder überzeugt.
Auch der Sound war von Anfang bis Ende sehr gut, nicht zu laut aber druckvoll.
Die Lightshow war eher spartanisch, früher hatten sie da mehr zu bieten aber wirklich gefehlt hat eigentlich nichts.
Bleibt noch zu erwähnen, dass das Publikum sehr gut drauf war und das Konzert abgefeiert hat.
Frank Bornemann war sichtlich erfreut über die euphorische Fanschar.
Between future and past (Intro)
Child Migration
Paralysed Civilization
Mysterious Monolith
Age of Insanity
The Apocalypse
Silhouette
Poseidon's Creation
Time to Turn
The Sun-Song
Horizons
Illuminations
Follow the Light
Awakening Of Consciousness
The Tides Return Forever
Ro Setau
Mystery
Encore:
Decay of Logos
Atlantis' Agony at June 5th - 8498, 13 P.M. Gregorian Earthtime
(without intro and ending)
Encore 2:
The Bells of Notre Dame
Thoughts
Gitarre, Gesang: Frank Bornemann
Keyboards: Michael Gerlach
Keyboards: Hannes Folberth
Bass: Klaus-Peter Matziol
Gitarre: Steve Mann
Schlagzeug: Bodo Schopf